
BENTU - Badi Assad & Sergio Pereré
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Die brasilianischen Künstler Sérgio Pererê und Badi Assad fanden nicht durch lange Planung zusammen, sondern durch eine unmittelbare künstlerische Verbindung. Trotz jahrzehntelanger paralleler Karrieren trafen sie sich erst 2021 nach einem Konzert in Belo Horizonte. Was als Gespräch begann, entwickelte sich schnell zu Musik – intuitiv, unstrukturiert und frei von vorgegebenen Genres oder Konzepten.
Aus dieser ersten Begegnung entstand „Bentu“. Das Album – dessen Titel „Wind“ in der Sprache Crioulo aus Guinea-Bissau bedeutet – entstand aus dem gemeinsamen Wunsch, jenseits von Kategorien zu schaffen, geleitet stattdessen von Zuhören, Präsenz und gegenseitiger Offenheit. Ein zentraler Einfluss für das Projekt ist das Reinado, eine tief verwurzelte afro-brasilianische kulturelle Tradition aus dem Bundesstaat Minas Gerais. Durch Pererê wurde Assad in dieses Universum eingeführt, in dem Musik nicht durch formelle Proben entsteht, sondern durch kollektives Erleben – Rhythmus, Stimme und Hingabe sind dabei miteinander verwoben.
Im Reinado ist Klang nicht etwas, das man lediglich hört, sondern etwas, das man verkörpert. Die Intensität der Trommeln, die Überlagerung der Stimmen und die ritualistische Struktur laden zu einer anderen Art des Zuhörens ein – einer, die ebenso sehr durch den Körper wie durch die Ohren geht. Diese Erfahrung wurde zur Grundlage für den kreativen Prozess des Albums.
Viele der Songs auf „Bentu“ entstanden organisch – durch Träume, Gespräche und spontane Austauschmomente im Studio. Anstatt innerhalb eines festen Rahmens zu komponieren, ließen Pererê und Assad die Musik sich selbst offenbaren und folgten dabei ihrer Intuition und ihrer gemeinsamen Sensibilität
Das Ergebnis ist ein Werk, das sowohl die tiefen Wurzeln als auch die Offenheit beider Künstler für Veränderungen widerspiegelt – wobei Tradition nicht als starre Form bewahrt, sondern als dynamische, sich weiterentwickelnde Kraft gelebt wird.